Katia Parodi mit der Glocker-Medaille ausgezeichnet
22.09.2026
Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik ehrt die LMU-Physikerin Katia Parodi mit ihrer höchsten Auszeichnung.
22.09.2026
Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik ehrt die LMU-Physikerin Katia Parodi mit ihrer höchsten Auszeichnung.
© Christoph Hohmann
Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) hat Professorin Katia Parodi, Inhaberin des Lehrstuhls für Medizinische Physik an der Fakultät für Physik der LMU, mit der Glocker-Medaille ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung der Fachgesellschaft wurde Parodi auf der 57. Jahrestagung der DGMP am 17. September 2026 in Bamberg verliehen. Damit würdigt die Gesellschaft ihre langjährigen Verdienste um die Medizinische Physik in Wissenschaft und Praxis.
Ein Schwerpunkt von Parodis Forschung liegt auf der bildgeführten Hochpräzisions-Strahlentherapie mit Protonen und schweren Ionen. Bei dieser Form der Krebstherapie lässt sich die Strahlendosis besonders gezielt im Tumor platzieren und das umliegende gesunde Gewebe dadurch besser schonen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Reichweite der Ionenstrahlen im Körper möglichst genau bekannt ist.
Parodi leistete Pionierarbeit bei der Entwicklung von Verfahren, mit denen sich diese Reichweite mithilfe bildgebender Methoden direkt im Patienten überprüfen lässt – zunächst auf Basis der Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Heute erforscht sie mit ihrem Team neue Strahlquellen, Detektortechnologien und Bildgebungsverfahren, um die Präzision der Tumorbestrahlung weiter zu erhöhen und zugleich das biologische Verständnis der Wirkung von Ionenstrahlung zu vertiefen. Diesem Weg von physikalischer Präzision hin zu einem umfassenderen Verständnis der biologischen Wirkung widmet Parodi auch ihre Glocker-Vorlesung unter dem Titel „Beyond the Bragg Peak: A journey from physical precision to biological understanding“.
„Die Verleihung der Glocker-Medaille bedeutet mir sowohl persönlich als auch wissenschaftlich sehr viel“, freut sich Katia Parodi. „Ich betrachte sie gerne als Anerkennung für das Engagement, das ich und mein Team für die Weiterentwicklung der Strahlentherapie sowie für die Ausbildung und Betreuung der nächsten Generation von Forschern und klinischen Medizinphysikern gezeigt haben.“
Für ihre Forschung erhielt Parodi 2016 bereits einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). 2024 wurde sie zum Fellow der American Association of Physicists in Medicine (AAPM) ernannt. Sie hat mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und ist seit 2021 Editor-in-Chief der Fachzeitschrift Physics in Medicine and Biology.
Auch mit der DGMP ist Parodi seit vielen Jahren eng verbunden. Von 2015 bis 2020 gehörte sie deren Vorstand an und war 2017 und 2018 Präsidentin der Fachgesellschaft.
Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik verleiht die Glocker-Medaille seit 2002 jährlich an eines ihrer Mitglieder. Mit ihr zeichnet die DGMP Persönlichkeiten aus, die sich über viele Jahre in besonderer Weise um das Fachgebiet der Medizinischen Physik in Wissenschaft und Praxis verdient gemacht haben. Benannt ist die Medaille nach Professor Richard Glocker (1890–1978), dem ersten Ehrenmitglied der DGMP und letzten Doktoranden Wilhelm Conrad Röntgens.
Neben der Glocker-Medaille für Katia Parodi gab es noch zwei weitere Auszeichnungen für kürzlich promovierte Personen der Fakultät: Dr. Tianxue Du erhält eines der von der DGMP verliehenen Wolfgang-Schlegel-Stipendien, außerdem wurde Dr. Ines Simone Butz für ihre Arbeit „Improving Relative Stopping power Calibration in X-ray Treatment Planning CT Using Sparse Proton Radiography“ mit dem Behnken-Berger-Preise der Behnken-Berger-Stiftung ausgezeichnet.